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Ich darf das!

Ich habe Bilder im Kopf.


Schon immer.


Szenen. Stimmen. Musik. Dialoge.


Dinge, die sich aufbauen, wieder zerfallen, neu zusammensetzen.


Lange Zeit war das ein in sich geschlossenes System. Es hat funktioniert. Nur eben ausschließlich intern. 


Ich konnte nichts daraus machen, weil mir die Mittel gefehlt haben.


Ich kann nicht malen. Ich kann nicht zeichnen.

Ich kann kein Instrument spielen. Ich kann keine Noten lesen.

Ich habe nie Regie geführt. Ich bin keine Schauspielerin.


Ich habe trotzdem all das im Kopf.

Und jetzt, zum ersten Mal, gibt es Werkzeuge, die nicht verlangen, dass ich jedes einzelne Handwerk perfekt beherrsche, um das sichtbar zu machen, was ohnehin längst existiert.


Was sich geändert hat, ist nicht der Ursprung. Sondern der Zugang.


Ich verstehe, dass das irritiert. Ich verstehe auch, warum.


Weil plötzlich etwas sichtbar wird, das vorher an die Beherrschung eines Mediums gebunden war.

Und weil sich damit eine Ordnung verschiebt, die lange sehr klar war.


Aber die Vorstellung, dass ein Gedanke nur dann „gültig“ ist, wenn er von Anfang bis Ende manuell ausgeführt wird, war schon immer eine bequeme Verkürzung.


Ich arbeite nicht weniger, nur weil ich andere Werkzeuge nutze. Ich arbeite anders. Ich kuratiere, ich entscheide, ich verwerfe, ich baue neu. Ich halte eine Idee so lange fest, bis sie eine Form bekommt, die ihr gerecht wird.


Der Gedanke entsteht immer noch bei mir. Er verlässt meinen Kopf nur nicht mehr unvollständig.


Ich werde mich dafür nicht entschuldigen. Und ich werde auch nicht um Erlaubnis fragen. Ich nutze, was mir zur Verfügung steht, um das, was in mir ist, nach außen zu bringen.


Alles andere wäre – ehrlich gesagt – Verschwendung.

Und das erscheint mir die deutlich größere Zumutung.